Polytraumaversorgung

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Or­tho­pä­die und Un­fall­chir­ur­gie

Naumannallee 16b, 02418 Königs Wusterhausen
Tel.: +49 531 595 1274 Schreibdienst
Fax: +49 531 595 1462

Die Versorgung eines polytraumatisierten Patienten muss schnell und effektiv erfolgen. Als Haus der Maximalversorgung mit sämtlichen chirurgischen Disziplinen vor Ort obliegt dem Klinikum Braunschweig überregional die Versorgung dieses Patientenkollektivs. Insofern ist die Unfallchirurgische Klinik nicht nur dem verletzten Patienten, sondern auch den verschiedenen Rettungsdiensten der benachbarten Landkreise gegenüber verpflichtet, eine professionelle Polytrauma- Versorgung anzubieten.

Dazu hat die unfallchirurgische Klinik sein Polytrauma-Management überarbeitet und bittet alle Mitarbeiter, die bei der Versorgung dieser schwerstverletzten Patienten beteiligt sind (v.a. Notärzte, Anästhesisten und die einzelnen chirurgische Disziplinen), sich an der Umsetzung des neuen Konzeptes aktiv zu beteiligen.

Wir stellen unser "Manual", das interdisziplinär erarbeitet wurde, für alle Interessierten hier als PDF-Datei als Download zur Verfügung. Änderungsvorschläge bzw. Verbesserungen werden dankbar entgegengenommen.

In der Vergangenheit sind Verletzungskombinationen bei Patienten oftmals unterschätzt worden. Daher bitten wir alle Notärzte, folgende Kriterien als möglichen Hinweis auf eine Mehrfachverletzung zu beachten:

Unfallmechanismus:
  • Schuss-/Stichverletzung im Stammbereich
  • Fußgängerkollision mit PKW / LKW
  • Motorrad/PKW/LKW-Unfall mit hoher Geschwindigkeit (> 60 km/h)
  • Deformierung der Fahrzeugkarosserie ³ 50 cm
  • Herausschleudern eines Insassen
  • Verkehrsunfall mit Schienenfahrzeug
  • Tod eines Insassen
  • Sturz aus großer Höhe (> 3m)
  • Zuverlegung aus externem Schockraum
    Explosionsverletzung
  • Verschüttung
  • Einklemmung
Anatomische Parameter:
  • offene Thoraxverletzung
  • proximal gelegene Amputation
  • instabile Beckenfraktur
  • instabiler Thorax
  • SHT oder Bewusstseinsstörung
  • alle penetrierende und kombinierte Verletzungen
  • Lähmungen einer Extremität
  • Verbrennungen
Physiologische Parameter:
  • GCS ≤ 14
  • RR ≤ 90 mmHg
  • Atemfrequenz < 10 oder > 30, SaO2 < 90%
  • Intubation
  • RTS < 11 / PTS < 9

Insbesondere bei Vorliegen der o.g. Unfallmechanismen bitten wir um telefonische Anmeldung (1450, rund um die Uhr) des Patienten im Unfallsaal als mögliches Polytrauma. Damit wird sofort unser Schockraum-Alarm ausgelöst, der eine unverzügliche Verletztenversorgung bei Einlieferung garantiert. Wenn möglich, sollte diese Anmeldung immer durch die/den behandelnde/n Notärztin / Notarzt erfolgen, um den Informationsverlust so gering wie möglich zu halten.